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Mehr als Grabsteine - Eine spannende Führung durch den Steinmetzbetrieb Kuhn

Wie alle Exkursionen, die Gertrud Jacke für den Eifelverein organisiert, offenbarte auch diese einen ebenso überraschenden wie beeindruckenden Einblick in die Kunst

- hier in die Kunst des bearbeiteten Steins. Meister Kuhn, der den Betrieb seines Vaters an der Normannenstraße weiterführt, nahm sich mehrere Stunden Zeit, uns die unterschiedlichen Gesteinsarten sowie  zahlreiche Arbeitsschritte zu erklären.

Vulkangestein wie Basaltsäulen oder -lava oder magmatisches Tiefengestein wie zum Beispiel Rosengranit, metamorphe Gesteine wie Marmor, Quarzit, Gneis oder Schiefer sowie Ablagerungsgestein wie Muschelkalk oder Sandstein sind nur einige der zahlreichen Ausgangsmaterialien, die in allen Formen, Farben und Härten aus Nah und Fern stammen. Aber nicht nur Rohmaterial füllt das Außenlager, auch viele bereits bearbeitete Stücke harren hier ihrer Wiederverwendung. Kunden können sich zum günstigeren Preis einen Naturstein ganz nach Gefallen aussuchen und nach eigenen, machbaren Wünschen umarbeiten lassen. Abgeräumte Grabsteine aus allen Epochen und Steinarten sind natürlich dabei, aber auch Architekturteile wie Säulen, Türmchen oder Friese und auch kunstvolle Skulpturen für Garten, Brunnen oder Denkmale werden hier für ein zweites Leben bereitgehalten. Man spürt die Leidenschaft und den Respekt von Meister Kuhn bei jedem Werkstück, wer immer auch einmal daran viele Stunden gearbeitet hatte: es verdient, bewahrt zu werden! Eine fundierte Ausbildung zum Restaurator im Steinmetzhandwerk an der renommierten Akademie Raesfeld wird Meister Kuhn auch in Zukunft zum begehrten Retter so manchen Kunstwerkes im Stadtbild machen.

Praktische Vorführungen an der Steinsäge, am Kopiergerät und am Abflämm-Flammenwerfer - man durfte auch selbst Hand anlegen – sorgten für Staunen und Begeisterung bei den acht Teilnehmerinnen der Exkursion. Der handgemachte heiße Kakao und köstliche Kuchen von Frau Kuhn, die im Betrieb mitarbeitet, taten den Rest, und die kalten Füße waren schnell vergessen. Vielen Dank an Familie Kuhn.

Bilder und Text von Alexandra Kern